Die Durchgangsstation Winterthur (DSW) ist die nach aussen geschlossen geführte Institution für männliche Jugendliche der stationären Jugendhilfe und des Straf- und Massnahmevollzuges des Kantons Zürich. Das Angebot umfasst: Krisenintervention, Abklärung, Massnahmeplanung, Überbrückung bis zur Weiterplatzierung in eine andere Institution oder pädagogische Durchführung von Untersuchungshaft. Die DSW bietet Platz für neun Jugendliche, in der Regel zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr. Der neunte Platz wird mehrheitlich für kurzfristige Notfälle frei gehalten. Grundlage für eine Platzierung in die DSW ist eine Verfügung der Jugendanwaltschaft oder ein Beschluss der Vormundschaftsbehörde.
Abklärung verstehen wir als einen Prozess, der sichtbar machen soll, zu welcher Entwicklung der Jugendliche fähig ist. In diesem Sinn bedeutet der Abklärungsprozess auch ein Behandlungsprozess, dabei liegt der Fokus auf der gesamten persönlichen, sozialen und familiären Situation. Unsere Abklärung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Bereichen Sozialpädagogik, Psychologie, Hauswirtschaft, Schule und Werk-Atelier. Die Beobachtungen der verschiedenen Fachbereiche fassen wir zu einem Gesamtbild zusammen, das in einem differenzierten Abschlussbericht festgehalten wird. Die DSW arbeitet vernetzt mit anderen Fachdisziplinen zusammen (Forensik, Psychiatrie, Berufsberatung). Der Jugendliche muss am Abklärungsprozess aktiv teilnehmen und wird auf die weiterführenden Massnahmen vorbereitet.
Wir bieten den Jugendlichen klare Strukturen, diese geben ihnen in der aktuellen Krisensituation Halt und Orientierung.
Wir konfrontieren die Jugendlichen mit ihrer Lebenssituation und den Gründen, welche zur Einweisung in die DSW geführt haben.
Wir treten in unserer täglichen Arbeit in eine Auseinandersetzung mit den Jugendlichen über ihre Einstellung, Werte, Normen, Verhaltensprobleme und ihre gegenwärtige Realität.
Bei der Arbeit mit den Jugendlichen berücksichtigen wir den individuellen Entwicklungsstand sowie den lebensgeschichtlichen Hintergrund und wir fördern ihre Ressourcen.
Wir achten die Würde der Jugendlichen und wir glauben an ihre Entwicklungsfähigkeit. Dieser Prozess erfordert von allen Beteiligten Geduld und Ausdauer.
Wir bieten einen pädagogischen Entwicklungsraum und wir setzen uns für die psychische und physische Integrität der Jugendlichen und der MitarbeiterInnen ein.
Wir begegnen den Jugendlichen ehrlich und mit Vorbildhaltung. Nach unserem sozialpädagogischen Verständnis wirkt das Gesamtmilieu der DSW auf die Befindlichkeit der Jugendlichen.
Die institutionellen Rahmenbedingungen sind für die Jugendlichen wie MitarbeiterInnen verbindlich.
Wir verstehen uns als vernetzte Organisation, nutzen Synergien und arbeiten mit allen am Prozess des Jugendlichen beteiligten Personen partnerschaftlich zusammen und wir beraten die Behörden bei der Anschlusslösung.
In der DSW gilt der Grundsatz der Drogen- und Gewaltfreiheit. Jugendliche mit einer akuten psychiatrischen Diagnose oder einer komplementären Drogenabhängigkeit werden nicht aufgenommen.
Die DSW wird ergebnis- und konsensorientiert geleitet. Direktive Entscheide werden so wenig wie möglich und soviel wie nötig gefällt. Die MitarbeiterInnen pflegen einen intensiven Austausch und treffen Entscheidungen in Absprache mit dem Team und der Leitung. An den regelmässigen Teamsitzungen und Supervisionen reflektieren wir laufend unsere Zusammenarbeit. Wir arbeiten loyal und transparent, dazu gehört auch eine offene Betriebskultur. Wir sprechen ehrlich über Konflikte und suchen nach einem gemeinsamen Konsens. Wir begegnen einander wertschätzend, loben bei guter Leistung und sind offen für konstruktive Kritik. Wir sind entsprechend unseren Aufgaben fachlich gut ausgebildet und erweitern unsere Kompetenz durch interne wie externe Weiterbildungen. Wir lernen aus den Erfahrungen und sind offen für Neues. Wir denken vernetzt und handeln im Interesse der Gesamtinstitution. Wir gehen mit den uns anvertrauten Mitteln sparsam um.